Social-Media-Kampagne des Diözesanrats im Wahljahr 2017

Aktiv gegen Hass, Vorurteile und Verallgemeinerungen

 

2017 gehen Populistinnen und Populisten mit einfachen Antworten auf Stimmenfang. Digitale Schreihälse erreichen mit hasserfüllten Parolen im Internet größtmögliche Aufmerksamkeit. Es ist Zeit, etwas dagegen zu setzen – humorvoll, mutig und clever. Der Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen ruft im Wahljahr 2017 dazu auf, sich nicht mit Vordergründigem zufrieden zu geben, sondern hinter die Dinge zu schauen:

 

Weniger einfache Antworten – mehrklick(s) für das Gute

 

Bild-Botschaften – über whatsapp verteilt – irritieren, provozieren oder belustigen zunächst. Nach einem mehrklick verwandeln sich die Provokationen in hintergründige Botschaften, die zum Nachdenken anregen. Die Website www.mehrklick.de bietet Hintergrundinformationen zu den Themen der Kampagne. Der User erfährt hier, welche Positionen der Diözesanrat vertritt. Alle sind herzlich zu einem fairen und konstruktiven Dialog eingeladen.

Internationaler Toleranztag 16.11.2017

„Da verstehst du wohl keinen Spaß?“ „Nein, denn mein Nachbar /meine Nachbarin verdient Respekt, Mitgefühl und Toleranz.“

Daran erinnert der Diözesanrat am Internationalen Tag für Toleranz, nicht zuletzt angesichts der Ergebnisse der letzten Bundestagswahl angesichts von Wahlergebnissen, z.B. allein in den europäischen Nachbarländern.Der Gedenktag geht zurück auf den 16. November 1995: Damals unterzeichneten 185 Mitgliedsstaaten der UNESCO feierlich die Erklärung der Prinzipien zur Toleranz. Seitdem erinnert die UNESCO mit dem Tag für Toleranz jährlich an jene Regeln, die ein menschenwürdiges Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen und Religionen auf unserem Planeten ermöglichen. 

 

Worum geht es bei diesen Welttag? 

„Toleranz ist eine notwendige Säule für ein dauerhaft friedliches Zusammenleben von Menschen. Denn nur ein toleranter Umgang miteinander befähigt Menschen dazu, sich die Freiheit zu nehmen, anders als andere zu sein. Wir leben in einer Zeit, in der wir ständig mit Neuem und Fremden konfrontiert werden und dies manchmal als bedrohlich empfinden. Schnell kann dann aus der Unwissenheit über das Fremde Intoleranz oder Schlimmeres entstehen. Auch um diesen Mechanismen vorzubeugen, wurde der Internationale Toleranztag ins Leben gerufen.

Er soll darauf aufmerksam machen, dass ein toleranter Umgang miteinander im persönlichen, im gesellschaftlichen und im politischen Bereich anzustreben ist. Ein wichtiger Baustein, der solch ein Verhalten ermöglichen kann, ist Bildung. Sie kann schon die Kleinsten darüber aufklären, dass Unterschiede nichts sind wovor man sich fürchten muss und ihnen beibringen, wie herrlich die Vielfalt des Lebens ist. Natürlich sind diese Bildungsmaßnahmen nicht durchführbar, wenn die Politik sie nicht fördert.“

Quelle: dertagdes.de/jahrestag/internationaler-tag-der-toleranz/

 

Der Diözesanrat im Bistum Essen hat zuletzt angesichts des großen Flüchtlingsstroms in 2014 zu Toleranz und Respekt aufgerufen und in seiner Erklärung vom 6. November 2014 deutlich hervorgehoben: „Als katholische Frauen und Männer stehen wir für ein friedliches, tolerantes Miteinander aller Menschen in den Städten unseres Bistums. Deshalb betonen wir: Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ Im Zukunftsbild des Bistums Essen heißt es:„Im Bistum Essen haben wir Lust auf die Vielfalt der Leute zwischen Lenne und Ruhr. Wir schätzen die freie Selbstbestimmung der Menschen und die Vielfalt der Lebensentwürfe, die modernes Leben und moderne Gesellschaften prägen.“ 

zukunftsbild.bistum-essen.de

 

Viele Delegierte aus den katholischen Jugend – und Erwachsenenverbänden in der Vollversammlung des Diözesanrates fördern mit unterschiedlichen Projekten und Initiativen diese Lust auf die Vielfalt der Menschen, was eine Haltung der Toleranz und des Respekts füreinander voraussetzt:

www.kfd-bundesverband.de
www.bdkj-dv-essen.de/demokratie

 

Und was kann jede/r tun?

Toleranz braucht manchmal die Kraft zur Unterscheidung und den Mut zum Widerspruch. D. h. Widerspruch ist angesagt, wenn respektlose und diffamierende Unwahrheiten – neudeutsch Fakenews – in den sozialen Netzwerken auftauchen und dazu verleiten, schnell das zu glauben, was unser Vorurteil stärkt. Mut und Bereitschaft zum Widerspruch kann man aufbauen, z.B. durch die Aktion „Tacheles für Toleranz“, die auf Initiative des Diözesanrates von zahlreichen Katholikenräten in den Städten des Bistums durchgeführt wurde.

www.dioezesanrat-essen.de

stadtkirche-essen.kirche-vor-ort.de

 

 

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Tag der menschenwürdigen Arbeit 07.10.2017

Mit dem eigenen Konsumverhalten kann ich einiges beeinflussen – und zwar zum Guten! 

Ob beim Kauf eines Smartphone, ob beim Kauf des Kaffees, ob beim Kauf der neuen Jeans überall spielen die Produktionsbedingungen eine Rolle. Auf Kosten anderer kann es nur heißen „Geiz ist Geil“. Als Christinnen und Christen setzen wir uns dafür ein, das ein Leben durch einen gerechten Lohn, durch sichere Arbeitsbedingungen möglich ist. 

 

„Ausbeutung, Beleidigungen, Erniedrigungen, unbezahlte Überstunden, … und das alles bei einem Niedriglohn, der zum Überleben nicht reicht!“, das beklagen z.B. 

  • MinenarbeiterInnen in Kongo, die für die weltweite Smartphone- und Handyproduktion das seltene Erz „Coltan“ unter den Augen von Rebellen fördern müssen, die zuvor Frauen vergewaltigt und ganze Dörfer vertrieben haben, um in den Besitz der Erzminen zu kommen.
  • Textilarbeiterinnen aus Bangladesh, die Bekleidung für uns nähen, damit sie uns möglichst nichts kostet: Billig, billiger, am billigsten
  • Haushaltshilfen von den Philippinen, die das wichtigste „Exportgut“ des Landes sind, oft illegal vermittelt, ohne Papiere, ohne “Wert“.
  • Mädchen oder Jungen in den Blumenplantagen Kolumbiens. Durch die extensiv gedüngten Blumenplantagen wird der Grundwasserspiegel gedrückt und die Pestizidrückstände verseuchen Boden und Wasser.
  • Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen weltweit.

 

Tagtäglich werden Männer, aber besonders Frauen weltweit in ihren Arbeitnehmerrechten beschnitten. Sie alle haben unter unzumutbaren Arbeitsbedingungen (z. B. keine Pausen, keinen Schutz vor chemischen oder anderen gefährlichen Produktionsmitteln, keine medizinische Versorgung, etc.) zu leiden. Tagtäglich stehen Menschen vor einem Arbeitspensum, das in einer vorgegebenen Zeit nicht zu bewältigen ist. Sie erhalten einen so niedrigen Lohn, der zum Leben nicht reicht, erst recht niemals eine ganze Familie ernährt. Nicht nur die Menschen werden ausgebeutet. Weltweit scheuen Unternehmen nicht davor zurück, um des größten Profits willen Wasser, Luft und Boden auf allen Kontinenten auszubeuten.

 

Seit 2008 wird am Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober dieses globale Unrecht regelmäßig öffentlich gemacht. Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bischöfliche Hilfswerk Misereor, der Deutschen Kommission Justitia et Pax und die Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB) und andere Institutionen haben seitdem die Bundesregierung aufgefordert, für die Einhaltung menschenwürdiger Arbeit gesetzlich aktiv zu werden. Die Forderung lautet:

 

Das Recht auf menschenwürdige Arbeit muss endlich umgesetzt werden. D. H. 

Deutsche Unternehmen müssen gesetzlich dazu verpflichtet werden auch im Ausland die Menschenrechte zu achten. Der geplante Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte muss gesetzliche Regelungen auf den Weg bringen, die

  • deutsche Unternehmen verpflichten, mögliche negative Folgen ihrer Auslandsgeschäfte für die Menschenrechte zu untersuchen, ihnen aktiv entgegenzuwirken und transparent darüber zu berichten; 
  • die Transparenz in globalen Lieferketten auch auf informelle und prekäre Arbeitsbedingungen hin fördern;
  • die Vergabe öffentlicher Aufträge und Außenwirtschaftsförderung nur zulassen, wenn Unternehmen ihrer menschenrechtlichen Verantwortung und Sorgfaltspflicht nachkommen;
  • Opfern die Möglichkeit geben, hierzulande eine Entschädigung einzuklagen, wenn deutsche Unternehmen ihre Menschenrechte im Ausland missachten;
  • Arbeits- und Menschenrechte bei der Aushandlung und Umsetzung von Handelsabkommen grundlegend stärken.(s. http://www.justitia-et-pax.de)

 

Der Appell an die Unternehmen ist das eine, das eigene Konsumverhalten zu ändern ist das andere. Denn das Konsumverhalten und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen hängen direkt zusammen und bedingen einander.

 

Delegierte in der Vollversammlung aus den unterschiedlichen Verbänden z.B. BDKJ, KAB, Kolping, und kfd setzen sich in Kampagnen und Aktionen für einen kritischen Konsum ein. D. h., Ziel ist es, dass sowohl die persönlichen Konsumgewohnheiten als auch die von Institutionen wie kirchliche oder kommunale Einrichtungen sich kritisch hinterfragen und prüfen: „Ist die Anschaffung überhaupt sinnvoll? Woher kommen die Rohstoffe für das Produkt? Welche „Geschichte“ hat das Produkt (Produktionsland, Art und Weise der Produktion)?. Welche „fairen“ Alternativen gibt es?“

 

 

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Links:

www.kritischerkonsum.de
docplayer.org/29180896-Charta-fuer-menschenwuerdige-arbeit.html
www.gepa.de/mitmachen/das-koennen-sie-tun/kritischer-konsum.html
www.ci-romero.de/cora/

www.missio-hilft.de/de/aktion/schutzengel/fuer-familien-in-not-weltweit/saubere-handys/
www.gepa.de
www.fairphone.com/de/unsere-ziele/

 

 

Wahlaufruf Bundestagswahl 21.09.2017

Wir beteiligen uns an den Wahlen! Nutzen auch Sie Ihre Stimme!

Am Sonntag, 24. September 2017, haben 62 Millionen Wahlberechtigte die Chance zu entscheiden, wer sie in der nächsten Legislaturperiode regiert. Für diese wichtige politische Richtungsentscheidung haben in den letzten Monaten alle Parteien den Wählerinnen und Wählern ihre Inhalte und Ziele vorgestellt. d.h. sie warben mit ihren Wahlprogrammen auf Plakaten, in Veranstaltungen, auf Marktplätzen und an vielen anderen Orten. In „TV-Wahlkampfarenen“ stellten sich die Spitzenkandidaten und – kandidatinnen den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Sie begaben sich sogar in Interviews mit „You tube-Stars“ und nutzten mehr denn je das Internet als „Wahlkampf-Plattform“.

 

Dennoch ist zu beobachten: Es gibt Menschen, für die diese Wahlen keine Bedeutung haben („unwichtig“), manche nehmen deshalb ihr Stimmrecht nicht wahr. Laut Informationen der Bundeszentrale für politische Bildung „betrug die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 78,5 Prozent“ im Jahr 1949. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2009 erreichte die Wahlbeteiligung in Deutschland mit 70,8 Prozent ihren bisher niedrigsten Stand. Im Jahr 2013 betrug sie 71,5 Prozent. Die meisten Wahlberechtigten gingen in Baden-Württemberg zur Wahl (74,3 Prozent), die wenigsten in Sachsen-Anhalt (62,1 Prozent). Gegenwärtig gibt es rund 62 Millionen Wahlberechtigte in der Bundesrepublik. Insgesamt fiel die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl allerdings zuletzt höher als bei den meisten Landtagswahlen aus, […]“ (s. https://de.statista.com/)

 

Der Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer hält demokratische Wahlen für wichtig und bedeutsam. Deshalb ist er der Überzeugung, dass alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen sollen. Denn bei der Wahl, d.h. mit der Abgabe der Stimme, kann jede und jeder einerseits darüber mit entscheiden, dass Parteien und damit Abgeordnete ins Parlament kommen, die sich für Menschenwürde und Toleranz, Solidarität und Mitverantwortung im politischen Handeln einsetzen. Jede und jeder kann auch darüber mitentscheiden, dass Demokratie und friedliche Auseinandersetzung bei der Suche nach tragfähigen Kompromissen das Gesetz des politischen Handelns bestimmen. Andererseits kann mit der Stimmabgabe all denen eine Absage erteilt werden, die Vorurteile und Hass gegen Minderheiten und Fremde schüren und eine Ideologie der Ungleichwertigkeit von Menschen vertreten. Wer nicht zur Wahl geht, bestimmt den Wahlausgang auch mit. Im Verhältnis zur Wahlbeteiligung stärkt jede nichtabgegebene Stimme indirekt auch solche Parteien, die sich gegen die Grundsätze unserer Demokratie stellen. Deshalb, so der Diözesanrat, ist eine hohe Wahlbeteiligung wichtig. Alle Wählerinnen und Wähler sind aufgerufen, die Demokratie zu stärken, indem sie sich gegenseitig und besonders auch die, die nicht zur Wahl gehen wollen, ermutigen und selbstbewusst einladen: „Ich gehe wählen – komm mit“ Unser Wahlrecht ist ein hart erkämpftes Gut, dessen Wert leider auch unterschätzt wird.

 

Deshalb ruft der Diözesanrat auf: Wir beteiligen uns an den Wahlen! Nutzen auch Sie Ihre Stimme! s. auch www.bpb.de/politik/wahlen/bundestagswahl-2017

 

Viele katholische Verbände, die in der Vollversammlung des Diözesanrates im Bistum Essen vertreten sind, haben ihre Mitglieder über die Parteiprogramme und das Wahlsystem informiert, damit nicht nur die Verbandsmitglieder ihr Stimmrecht gut informiert wahrnehmen können, sondern damit sie auch andere motivieren können.“

 

 

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Links:

www.kfd-bundesverband.de
www.kab.de
www.kolping-ms.org
www.bdkj.de
www.zdk.de

 

 

Antikriegstag 01.09.2017

Frieden schaffen ohne Waffen

Das ist eine Vision, die nicht unbedingt so geteilt wird. Gerade in unserer Zeit, in der die Nachrichten über Terroranschläge, kriegerische Bedrohungen und Auseinandersetzungen voll sind. Aber es macht Sinn, die Vision wachzuhalten und daran zu arbeiten. Das ist die Ansicht des Diözesanrates im Bistum Essen. Und es bestehe dringender Handlungsbedarf, so der Diözesanrat.

 

Denn Deutschland ist der 5‐größte Rüstungsexporteur weltweit. Mit deutschen Waffen werden weltweit Kriege geführt, auch in den Ländern, aus denen die Menschen fliehen und als Flüchtlinge zu uns kommen.

 

Deshalb ist der Diözesanrat seit 2013 Mitglied der Aktion „Aufschrei! Stoppt den Waffenhandel!“. Grund für die Mitgliedschaft ist für den Diözesanrat sowie für mehr als 100 andere Organisationen Transparenz über den deutschen Rüstungsexport herzustellen. Denn bis heute geschieht die Waffenausfuhr nach wie vor unter unzureichender parlamentarischer Kontrolle. Das Bemühen des Diözesanrates und der anderen zielt aber vor allem darauf, den deutschen Rüstungsexport deutlich zu reduzieren mit der Perspektive, eine Welt ohne Waffen zu schaffen, weil Frieden mit Waffen nicht zu schaffen ist.

 

Pax Christi ist Mitglied der Vollversammlung des Diözesanrates und erinnert immer wieder an diese Perspektive und ruft dazu auf, sich an den unterschiedlichsten Aktionen zu beteiligen, so an der aktuellen Unterschriften‐Aktion „Mehr fürs Militär. Nicht mit uns!“

 

Frieden schaffen ohne Waffen ‐ das ist nach Ansicht des Diözesanrates eine Perspektive, für die es lohnt, sich einzusetzen.

 

 

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Link: www.paxchristi.de

 

Download PDF: Aufschrei Waffenhandel

Start der Kampagne am 27.08.2017

mehrklick ist ein Beitrag des Diözesanrats zu den aktuellen Debatten in unserer Mediengesellschaft. Wir rufen dazu auf, fair zu diskutieren, sich gründlich zu informieren und für Menschlichkeit einzutreten. Bis zum Ende des Jahres werden wir hier Themen ansprechen, die uns besonders wichtig sind. 

So können Sie mitmachen: Teilen Sie die Kampagnen-Bilder auf Whatsapp mit Ihren Kollegen und Freunden. 

 

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