28.09.2018 11:09

Gestalten und Verändern

Vollversammlung des Diözesanrates diskutierte über Kirchen-Umnutzung und Frieden

Foto: Christian Schnaubelt

Foto: Christian Schnaubelt

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Die Vollversammlung im September 2018 hatte zwei Schwerpunkte:

 

Das Thema „Kirchenumnutzung“ und das Thema „Frieden geht anders“.

 

Der Diözesanrat hatte Diözesanbaumeister Thomas Tebruck eingeladen, um angesichts der vorerst abgeschlossenen Beratungen in den Pfarreientwicklungsprozessen die Frage „“Bewahren oder Verändern?“ im Blick auf die Kirchengebäude zu diskutieren, die demnächst „geschlossen“ werden sollen.

 

Herr Tebruck machte in seinem Vortrag klar, dass Kirchengebäude keine „Ewigkeits-“, sondern „Entwicklungsorte“ seien. So stellte er gelungene und nicht gelungene Beispiele von „umgenutzten“ Kirchen in verschiedenen deutschen Bistümern vor und verdeutlichte dabei, dass nicht in jedem Fall die Umnutzung eine sinnvolle Lösung sei, sondern dass auch klugerweise über einen Abriß nachgedacht werden sollte.

 

In der anschließenden Diskussion warb Herr Tebruck - vor dem Hintergrund der verständlicherweise immer vorhandenen Emotionen beim Umgang mit Kirchengebäuden - um Sensibilität in den Diskussionen vor Ort. Um Platz für Neues zu schaffen, sei eine Umnutzung denkbar, aber auch ein Abriss könnte eine gute Lösung sein. Jede Diskussion darüber sei schwierig, aber sie sei es Wert, geführt zu werden, um danach in einen kreativen Prozeß eintreten zu können.

 

Herr Tebruck betonte abschließend, dass Kirchen ein kulturelles Erbe aller seien. Deshalb sei eine breite Diskussion über den Umgang mit diesem Erbe notwendig, die nicht nur innerkirchlich geführt werden dürfe.

 

Im zweiten Teil der Vollversammlung stand das Thema „Frieden“ im Mittelpunkt. Zunächst stellte die Diözesanrats-Vorsitzende Dorothé Möllenberg das „Münsteraner Manifest“ vor, das in der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken vor dem Katholikentag im Münster verabschiedet worden sei. Das Manifest beschreibe, wie Frieden in alle seinen Facetten – gesellschaftlich, sozial, politisch – aussehen kann und welche Schritte dazu führen könnten. 

 

Norbert Richter, Bundes- und Diözesanvorsitzender von pax christi und Mitglied des Diözesanrates, lud anschließend ein, die Ausstellung „Frieden geht anders“ vom 22. November 2018 bis zum 2. Dezember 2018 in der Kunstkirche Christkönig zu besuchen und an dem Beiprogramm teilzunehmen. In der Veranstaltung am 26. November 2018, so Richter, würden Aspekte aus dem „Münsteraner Manifest“ aufgegriffen und im „Spiegel“ der Ausstellung diskutiert. 

 

Die Diözesanratsvorsitzenden Luidger Wolterhoff und Dorothé Möllenberg luden die Delegierten ein, in ihren Verbänden und Räten für die Ausstellung und das Rahmenprogramm zu werben. Dies sei eine gute Möglichkeit, miteinander über die Herausforderung ins Gespräch zu kommen, mit welchen Mitteln in der globalisierten Welt kriegerische Konflikte gelöst werden können.