20.11.2017 08:25

Erklärung zur Änderung des Artikels 1 des Ladenöffnungsgesetzes Nordrhein-Westfalen

Der Diözesanrat im Bistum Essen kritisiert die Gesetzesvorlage der NRW-Landesregierung, die vorsieht, dass künftig die Kommunen in Nordrhein-Westfalen acht statt bisher vier verkaufsoffene Sonntage pro Geschäft und Jahr genehmigen können. Der Diözesanrat ist der Auffassung, dass damit der Sonntagsschutz ausgehöhlt wird und wendet sich deshalb an die Landespolitik.

 

Neben der religiösen Bedeutung hat der Sonntag auch eine kulturelle Bedeutung. „Ohne Sonntagsschutz sind alle Tage Werktage“, stellen die Vorsitzenden des höchsten Laiengremiums im Bistums Essen, Dorothé Möllenberg und Luidger Wolterhoff heraus. „Nur der grundsätzlich arbeitsfreie Sonntag garantiert, dass ein wichtiger Teil unserer Kultur erhalten bleibt“ so Möllenberg. Für den Diözesanrat braucht eine funktionierende Gesellschaft Raum für gemeinsame freie und auch ruhige Zeiten. „Dass die politische Debatte um verkaufsoffene Sonntage nur aus einer wirtschaftlichen Perspektive geführt wird, kann uns als Christen nicht genügen“, ergänzt Wolterhoff.

 

Der Diözesanrat plädiert mit Nachdruck dafür, die Perspektive des Arbeitsschutzes und der Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten im Einzelhandel und ihrer Familien nicht außer Acht zu lassen. Gerade angesichts der Tatsache, dass heute schon viele Menschen regelmäßig am Sonntag arbeiten müssen, fordert der Diözesanrat die Landesregierung auf, den in der Verfassung verankerten Schutz des Sonntages nicht aufs Spiel zu setzen. Der Verfassungsrang des Sonntagsschutzes ist auch für ein Landesgesetz bindend.

 

 

Für den Diözesanrat im Bistum Essen

 

Dorothé Möllenberg, Vorsitzende & Luidger Wolterhoff, Vorsitzender